Heute war der erste Schultag nach den Sommerferien – zumindest hier in Nordrhein-Westfalen, wo ich wohne. Damit geht auch die Haupturlaubszeit zu Ende und viele Menschen kehren an ihren Arbeitsplatz zurück.
Wer kennt das nicht? Arbeit? Wirklich? Muss das jetzt schon wieder sein? Der Urlaub war doch so viel schöner!
Selbst wenn man seinen Job mag, gerät man schnell ins Hadern. Man muss sich nach den Wochen der Freiheit wieder in feste Strukturen einfinden, früh aufstehen und Arbeit und Alltag miteinander in Einklang bringen.
„Na, wie schmeckt die Arbeit wieder?“, ist eine Frage, die meine Mutter nach einem Urlaub gerne stellt. Und die ehrliche Antwort wäre oft: „Nicht gut.“
Allerdings neige ich auch dazu, mir das Leben selbst schwer zu machen. Denn eines ist ja ganz klar: Dauerurlaub ist keine Option. Irgendwie muss ich schließlich auch meinen Lebensunterhalt bestreiten.
Da kommt mir eine Geschichte in den Sinn, die ich einmal in einem Buch mit buddhistischen Erzählungen gelesen habe. Ein junger Mönch wird von der Gemeinschaft ausgewählt, das Gewand des Abtes zu waschen. Er klagt und jammert, weil der Tag lang war, er müde ist und keine Lust mehr auf diese Aufgabe hat. Ein anderer Mönch rät ihm, nicht weiter darüber nachzudenken, sondern einfach die Arbeit zu tun, die jetzt zu tun ist. Am nächsten Morgen bedankt sich der junge Mönch bei ihm für diesen Rat.
Annehmen, was ist. Das ist die eigentliche Lehre dieser Geschichte. Und sie passt im Grunde auf viele Situationen unseres Lebens – nicht nur auf den Wiedereinstieg nach dem Urlaub.
Statt zu jammern, uns selbst zu bemitleiden oder darüber zu klagen, wie schwer alles ist, können wir unseren Fokus auf die anstehenden Aufgaben richten. Denn sie verschwinden ja nicht durch unsere negativen Gedanken. Im Gegenteil: Jeder belastende Gedanke ist wie ein weiterer Stein, den wir auf unsere Last legen.
Natürlich ist das leichter gesagt als getan.
Natürlich braucht das Übung.
Wir werden das Jammern und Klagen nicht von heute auf morgen abstellen können. Aber wir können es achtsam wahrnehmen. Und genau in diesem Moment haben wir die Möglichkeit, dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben.
Hilfreich sind dabei zwei Fragen:
- Machen mir meine Gedanken das Leben gerade leichter oder schwerer?
- Was ist genau jetzt zu tun?
Auf die erste Frage lautet die ehrliche Antwort in den meisten Fällen: Meine Gedanken helfen mir gerade nicht weiter.
Bei der zweiten Frage gibt es meist zwei Möglichkeiten: Entweder stellen wir fest, dass die Situation, über die wir uns gerade Sorgen machen, noch gar nicht eingetreten ist. Dann hilft es, den Blick von der Zukunft zurück in den gegenwärtigen Moment zu lenken.
Oder wir merken, dass wir tatsächlich vor einer Aufgabe stehen, auf die wir gerade keine Lust haben. Dann hilft es, den Fokus genau auf diese Aufgabe zu richten – und sie einfach zu erledigen.
In beiden Fällen dürfen wir die belastenden Gedanken loslassen.
In diesem Sinne: Bleib achtsam!
PS: Es gibt natürlich auch Menschen, die mit solchen Situationen überhaupt kein Problem haben. Falls das bei dir so ist: Herzlichen Glückwunsch! Viele werden dich darum beneiden. 😉
